Geschichten aus dem Hundehotel – Die schönsten Hundegeschichten der 50er Jahre

Geschrieben von siteadmin am in Neuigkeiten

Geschichten aus dem Hundehotel

Der Mariposa Verlag ist bekannt für seine Tierbücher, die seit nunmehr über 25 Jahren bei vielen Lesern beliebt sind. Insbesondere Hundebücher stehen bei uns im Vordergrund und daher seien Sie an dieser Stelle vorrangig erwähnt.

In letzter Zeit kamen diverse Anfragen auf uns zu, die unsere älteren Titel betrafen, und es ist schön zu wissen, dass auch diese Bücher offensichtlich wieder mehr Interesse finden. Allen voran das wohl schönste Buch mit Hundegeschichten der 50-er Jahre. Entstanden ist es im ersten Hundehotel, welches es in Deutschland gab, gelegen in Berlin und betrieben von der 2006 verstorbenen Autorin Pia Bracony Schilling. Sie hatte das Hundehotel ins Leben gerufen, nachdem sie am eigenen Leibe erfahren musste, wie schlimm es ist, wenn es im Falle einer Krankheit niemanden gibt, der auf den geliebten Vierbeiner aufpassen kann. Frau Schilling war Zeit ihres Lebens bekennende Hundeliebhaberin. Ganz besonders war sie der Rasse der Doggen zugeneigt, liebte aber auch alle anderen Hunde und es war ihr Anliegen, ihnen und auch ihren Besitzern größeres Leid zu ersparen, wenn sie schon eine Weile jeweils ohne den anderen sein mussten. Und so entstand die Idee für ihr Hundehotel, welches sie 30 Jahre lang mit viel Eifer und gleichbleibender Leidenschaft führte.

"Tante Pia" mit ihren Doggen beim Einkauf fürs Hundehotel, Berlin 1956

„Tante Pia“ mit ihren Doggen beim Einkauf fürs Hundehotel, Berlin 1956

Über die Beweggründe und den Aufbau dieser Einrichtung erzählt das Buch „Mein Berliner Hundehotel„. Es enthält natürlich auch viele Geschichten, die sich in der langen Zeit des Bestehens zugetragen haben.
So z. B. die von Quintus, einem Terrier, der an seinem Halsband einen kleinen Behälter trug. Sein Besitzer besaß eine Kneipe in Berlin und hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Glas Eierlikör mit seinem Hund zusammen zu trinken. Und wenn schon sein Herrchen nicht bei ihm sein konnte, sollte der Hund wenigstens nicht auch noch auf seinen Eierlikör verzichten, den er auch allabendlich mit großem Radau einforderte.
Whisky, ein kleiner, glücklicher Cocker Spaniel in den Farben braun und weiß, kam meistens im Sommer, wenn seine Besitzerin ihre Tochter, die in Amerika lebte, besuchte. Whisky liebte Wasser und deshalb ganz besonders den großen Swimming Pool im Pensionsgarten. Als er einmal ausnahmsweise die Weihnachtszeit in der Hundepension verbringen musste, stürmte er auch wieder sofort zu seinem geliebten Pool, der natürlich zu dieser Jahreszeit kein Wasser enthielt. Der Schnee, der sich im Becken befand, milderte seinen Aufprall zum Glück, und so krabbelte er nur mit einer Beute am Kopf wieder an Land.

Auch prominente Hunde waren unter den Gästen. Am bekanntesten war wohl Amphitryon, der schneeweiße Königspudel von Helmut Käutner, der in einer großen schwarzen Limousine vorfuhr. Neben seinem Herrchen waren auch ein Leibarzt mit seiner Sprechstundenhilfe mit dabei, die die Arzttaschen sowie die Decken und Kissen des Hundes trugen, damit es dem Hund auch ja an nichts fehlen sollte. Es war das erste Mal, das Hund und Herrchen getrennt waren. Überall war der Hund dabei; stets saß er neben dem Regiestuhl und beobachtete die Schauspieler. Nun aber musste Helmut Käutner im Ausland Regie führen und es war verboten, Hunde dorthin mitzunehmen. Irgendjemand hatte ihm das Hundehotel empfohlen.

Amphitryon

Amphitryon

Ähnlich berühmt war das Herrchen von Birdy: Professor Herbert Kundler, seinerzeit Intendant beim RIAS, dem legendären Rundfunksender im geteilten Berlin. Als Birdy 1970 das erste Mal ins Hundehotel kam, war kurz zuvor der Doggenrüde der Betreiberin und Autorin gestorben. Cäsar, so hieß er, war 6 Jahre zuvor im Hundehotel abgegeben und nie wieder abgeholt wurde. Also blieb er und erfreute besonders die junge Hündin Pia mit seinem Riesenpelzkragen, den nur er in solch einer Dimension hatte. Dementsprechend traurig ließ Cäsars Tod sie zurück. Doch Birdy konnte mit seinen vielen Hautfalten und den langen Ohren, über die er als Basset verfügte, einen würdigen Ersatz schaffen und Pia wieder glücklich machen.

Birdy

Birdy

Das Gesamtprogramm mit all unseren Büchern finden Sie hier: https://www.mariposa-verlag.de. Viel Freude beim Stöbern auf unserer Webseite.