Hundebücher, Wolfsbücher: Geschichten von treuen Hunden und berühmten Wölfen

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Hundebücher, Wolfsbücher: Geschichten von treuen Hunden und berühmten Wölfen

Sie bilden einen wichtigen Bestandteil im Mariposa Verlag. Diesmal geht es um
berühmt gewordene Vierbeiner.

Wir alle kennen Hachi-Ko, den Akita Inu, der 3285 Tage am Bahnhof der japanischen Hauptstadt saß – vergebens, denn sein Herrchen, Professor an der Universität Tokio, den er immer so sehnlichst erwartete, war am 25. Mai 1925 an seinem Arbeitsplatz verstorben. Schließlich – 9 Jahre später – war auch für den Hund die Zeit gekommen. Er wurde auf dem Bahnhofsgelände begraben. Sein Denkmal wird noch heute von Touristen aus aller Welt besucht.
Ein anderer Vierbeiner, der Unglaubliches geleistet hat, ist Selvakumar, der Tsunami-Retter, der am zweiten Weihnachtstag 2004 im indischen Chinnakalapet einen siebenjährigen Jungen aus den Wassermassen rettete. Nachdem die Flut über die Hütte der Familie hinweggerauscht war, trieben beide auf den übrig gebliebenen Holzlatten. „Er hat mich am Kragen gepackt“, berichtete der Junge seiner überglücklichen Familie später, „und dann hat er mich aus den Holztrümmern gezerrt und ist mit mir so weit geschwommen, bis kein Wasser mehr da war.“

Beide Geschichten sind im Buch von Werner Koep „Wie Hunde Menschenleben retten“ nachzulesen, neben vielen anderen, deren Helden in ganz besonderer Weise Menschen ihre unendlichen Dienste erwiesen haben. Auch zahlreiche namenlose Helden sind darunter, von denen nur wenige ein Denkmal errichtet bekommen haben. Umso wichtiger ist es, sie alle einmal in einem Buch zu erwähnen und ihnen auf diese Weise Dank und Anerkennung auszusprechen. Das Buch ist den unzähligen herrenlosen Hunden in aller Welt gewidmet und zeigt, wie sehr Hunde zu unserem Leben dazugehören. Wir sollten sie daher gut behandeln und als Freunde und Gefährten betrachten.

Auch viele Wölfe machten Geschichte. Das wohl anrührendste Beispiel schilderte der Nobelpreisträger Rudyard Kipling. In seinem „Dschungelbuch“ erzählt er von dem kleinen Jungen Mowgli, der, von Tiger und Schakal verfolgt, sich in eine Wolfshöhle flüchtete und nur durch die Fürsorge und letztlich den unerschrockenen Einsatz der Wölfin überleben konnte.
Der „seltsame Wolf von Winnipeg“, auch „Garou“ genannt, wurde schon früh von einem Kneipenwirt an die Kette gelegt und zum Vergnügen grausamer Gäste von deren Hunden attackiert. So lange, bis Blut geflossen war, der Graue aber noch lebte, denn am nächsten Tag sollte das grausame Spiel schließlich weitergehen. Kein Wunder, dass der Jungwolf sowohl Hunde als auch Menschen hassen lernte, bis auf einen: Jim, den kleinen Sohn des Wirtes. Der Junge liebte den Welpen und beschütze ihn, so gut er das in seinem zarten Alter konnte. Und Garou half seinem Freund, wenn dieser wieder einmal eine Tracht Prügel bekommen sollte, die oft ausfiel, weil der Wolf Jim zähnefletschend verteidigte. Als Jim eines Tages an Lungenentzündung starb, gelang es Garou, in die Freiheit zu entkommen. Doch immer wieder zog es ihn in die Stadt, um nach dem Jungen zu suchen. Jeden Hund fiel er an, dem er begegnete, und auch Männer, die nach Alkohol rochen wie früher die Kneipenbesucher, hatten Mühe, sich der scharfen Wolfszähne zu erwehren. Kinder jedoch liebte er nach wie vor und spielte mit ihnen, wie er es vor langer Zeit mit Jim getan hatte.
Noch ein dritter Wolf sei erwähnt, der ein inniges Verhältnis zu seinem Menschen entwickelte: Dschingis, den der allen Tierfreunden wohlbekannte Bernhard Grzimek sein Eigen nennen konnte. Beide wurden unzertrennliche Gefährten bis an das Lebensende des Tieres. Sein Grab in den Bergen der Dolomiten wurde mit einem verzierten Holzkreuz geschmückt und ist auch heute noch
ein Zufluchtsort für manch einem Wanderer, den es dorthin verschlägt.
Diese und viele andere Geschichten gibt es im Buch „Auf den Fährten berühmter Wölfe„. Sie zeigen mehr als deutlich, dass Rotkäppchen nichts weiter ist als ein Märchen ist und der Wolf alles andere als eine Bestie, von der man sich fürchten muss.

Der Verfasser dieser beiden außergewöhnlichen Bücher ist Werner Koep, Journalist und lange Jahre Pressesprecher der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild. Er verstarb im Februar 2013 im Alter von fast 92 Jahren, aber seine Bücher und all das, was er sonst noch geleistet hat, bleiben in guter Erinnerung und immer lebendig.

© Ursula Strüwer, Mariposa Verlag Berlin, 22.01.2015