Kranke und damit hilfsbedürftige Igel werden meist am Tag und ohne Deckung liegend gefunden

  • Die Körperform ist walzenförmig, oft ist ein Halsansatz zu sehen (Nackenfalte).
  • Die Augen werden nur schlitzförmig oder gar nicht geöffnet.
  • Die Nase ist trocken.
  • Die Körpertemperatur kann sehr kühl sein.
  • Kranke Igel rollen sich kaum ein und schnell wieder aus.
  • Der Gang ist häufig wackelig, oder die Tiere liegen und stehen nicht auf, wirken zahm und zutraulich.
  • Die Stacheln werden kaum oder gar nicht aufgestellt.
  • Der Kot ist weich bis flüssig, grünschleimig, gelegentlich mit Blutbeimengungen.
  • Häufig versammeln sich viele Fliegen um kranke und verletzte Tiere. Sie legen ihre Eier auf ihnen ab, aus denen  bald die Maden schlüpfen, die an dem Igel fressen.

Verletzte und kranke Igel brauchen ganzjährig unverzügliche Hilfe

Unterkunft und Nahrung allein hilft hier nicht! Achtung: Wer ein krankes Tier anfasst, sollte darauf achten, dass er sich

nicht infiziert (Eitererreger, Salmonellen etc.). Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife schützt meist ausreichend. Die Igel brauchen zunächst im Haus eine Unterkunft von ca. 1, 5 qm Größe, die mit Zeitungen ausgelegt ist – kein Heu, kein Laub, kein Katzenstreu. Sie brauchen ein Schlafhaus mit einem Schlupfloch von ca. 10 x 10 cm Größe, das auch mit Zeitungen und etwas Knüllpapier ausgelegt ist. Die Reinigung und das Auswechseln der Zeitungen ist täglich mindestens einmal erforderlich. Ebenso vonnöten sind 2 standfeste Gefäße für Wasser und Futter (glasierte Blumenuntersetzer aus Ton.) Das Futter sollte so bemessen sein, dass pro Woche eine Gewichtszunahme von 50 g bis zu einem Gesamtgewicht von ca. 800 g erfolgt. Mindestens einmal wöchentlich ist das Gewicht zu kontrollieren, besser täglich (Pflegeprotokoll führen!).

 

Als Futter ist geeignet:

  •  Zucker und getreidefreies Katzenfutter mit einigen Tropfen Maiskeimöl und etwas Kleie (es ist sonst zu fett- und ballaststoffarm, was weiche, übel riechende Stühle verursacht).
  •  Gekochtes Hühnerfleisch, grob zerkleinert mit etwas Kleie.
  • Hühnerflügel und Hälse können mit Knochen gereicht werden, das dient der Zahnpflege.
  • Rührei, mit wenigen Tropfen Öl in der Pfanne gestockt ist auch geeignet.
  • Oder Rinderhack, in der Pfanne angebraten und mit Öl und Kleie gemischt.
  • Igel lieben Abwechslung, die auch wegen der Nährstoffversorgung erforderlich ist.
  • Bitte keine Nüsse, Obst oder Rosinen geben. Und was man sonst noch so hört …

Gesunde  junge Tiere mit einem Gewicht von ca. 800 g kann man in einem kalten Raum zum Winterschlaf unterbringen. Dazu darf der Igel aber mindestens 8 Tage keinerlei Medikamente mehr bekommen haben. Alle richtigen Informationen sind auch unter www.pro-Igel.deim Internet abrufbar.

 

Ein Wort zum Schluss

 

Igelstationen sind nicht flächendeckend vorhanden. Bei Bedarf vermittelt www.pro-Igel.dein der Nähe eine geeignete Station in Wohnortnähe. Igelstationen sind in der Regel Privatinitiativen und keine institutionellen Abgabestellen für Igel. Die Kapazität in Privathäusern ist begrenzt, sowohl vom Raumangebot als auch von der möglichen Arbeits- und finanziellen Belastung her. Gerade im Herbst werden diese Stationen weit über ihre Möglichkeiten hinaus frequentiert. Igelstationen haben keine Gebührenordnung, aber alljährlich hohe Kosten zu tragen. Nicht nur für Futter, auch Medikamente und Tierarztgebühren belasten das private Budget. Sie freuen sich über Finder, die ihr gesund gepflegtes Tier nach enstprechender Beratung selbst über den Winter bringen und sich an den entstehenden Kosten angemessen und nach persönlicher Möglichkeit beteiligen.

 

@ Text und Foto: Karin Oehl, Köln

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