30. September 2018

Endlich ist unsere neue Webseite fertig. Wir wünschen uns, dass sie Ihnen gefällt und Sie öfter hier vorbeischauen. 

Sollten Sie feststellen, dass trotz sorgfältiger Überprüfung unsererseits ein Link nicht funktioniert, sagen Sie uns bitte Bescheid. Wir freuen uns und erledigen die Korrektur umgehend.

Unseren Blog Tiergeschichten24 mussten wir leider aufgeben. Wir danken allen Lesern  für ihre langjährige Treue und den Autoren für ihre Beiträge. Die Geschichten und Gedichte waren immer sehr ausdrucksstark und bereichernd. Mögen sie in Zukunft an anderer Stelle ihren gebührenden Platz finden!

So ganz ohne Geschichten und Ereignisse rund um Tiere geht es aber bei uns nicht. Und so haben wir vor, an dieser Stelle neben aktuellen Informationen auch weiterhin kleinere Texte einzustellen. Wir freuen uns über entsprechende Einsendungen. Beachten Sie dazu aber bitte die Autoreninfos.



Mumpitz

10. Oktober 2018


„Es ist so toll mit einem Flat Coated. Wie toll wäre es erst mit Zweien? Wie würde er auf einen Welpen reagieren, wie mit ihm umgehen? Wäre er plötzlich der Erwachsene, würde er den Kleinen erziehen, ihm Wald und Flur erklären, mir zur Seite stehen und helfen, ihn von Albernheiten und Schandtaten abhalten oder sogar dazu anstiften? Würden sie sich gut verstehen? So gut womöglich, dass sie sich gegen mich verbünden und mich dauernd foppen würden?“ … „Würde Hoover damit klarkommen, Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit plötzlich teilen zu müssen oder würde die dauerhafte Anwesenheit eines Artgenossen das womöglich sogar mehr als ausgleichen? Und könnte ich mit Zweien auf der Rückbank so eine Expedition wie diese angehen und so die über 2000 Kilometer bis Spanien fahren? Fragen über Fragen! Auch diese ist nicht unwichtig: Hätte ich überhaupt noch Platz in meinem eigenen Bett? Oder würde ich von allen Seiten von Retrievern eingequetscht werden, die sich in den Federn wälzen, irgendwann mit allen Vieren in der Luft auf dem Rücken einschlafen, im Traum zu rennen anfangen und leise bellen, ohne davon aufzuwachen? Ein schlimmer Gedanke? Ganz ehrlich: Na ja, irgendwie auch eine schöne Vorstellung. Aber im Moment geht es nicht, passt es nicht, bin ich nicht so weit, schaffe ich das einfach nicht. Vorerst wird kein Welpe einziehen.“ … „Vielleicht eines Tages.“

Und nun ist es endlich so weit: Hoovers Kumpel ist eingezogen! Mumpitz. Nein, das ist kein Quatsch. Es ist der Name des Neuen. Und in der kurzen Zeit, die er jetzt im Hause Sobik lebt, hat es sich schon wunderbar eingelebt. Unterstützung erfährt er dabei eindeutig von Hoover, der dem Kleinen so ziemlich alles durchgehen lässt und ihn Herrchen gegenüber sogar verteidigt, wenn der mal ein strengeres Wort sprechen will. Kurz und gut: Die beiden sind ein Herz und eine Seele und es ist sicher sehr spannend, wie es weitergeht. Herrchens Bedenken aus seinem Buch „Vier Pfoten und drei Koffer“ sind jedenfalls erst mal ausgeräumt.



Igel im Herbst

10. Oktober 2018


Erinnert durch die vielen Medienberichte, richten im Herbst viele Leute ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die Igel, die als Kulturfolger in unserem Lebensraum zu finden sind und denen man helfen will. Dabei sehen sie schwerpunktmäßig die Grammzahl der Tiere als Maßstab für die Hilfsbedürftigkeit. Das ist so nicht richtig. Wir haben von Ende Mai bis in den September hinein, je nach klimatischer Lage, Wurfzeit. Kein Tier wird mit 600 g geboren. Das heißt, dass ein Tier auch nicht nach Kalendermonat aufgenommen werden muss; diese in den Köpfen spukende Grammangabe ist nur relevant, wenn Jungigel dieses Jahres nach Frosteinbruch noch mit einem Körpergewicht von um die 500 g draußen herumlaufen. Diese Igel haben nicht die nötigen Fettreserven für den Winterschlaf. Das immer wieder beschriebene Untergewicht ist meist krankheitsbedingt und behandlungsbedürftig, wenn die Überwinterung gelingen soll. Altigel haben ein erheblich höheres Körpergewicht (ca. 1200 –1500 g). Igel, die in höheren, kälteren Regionen zuhause sind,  sind in der Regel schwerer. Unabhängig von Gewicht und Jahreszeit kann ein Igel mager sein, weil er krank oder verletzt ist. Das erfordert sofortige sachkundige Hilfe in einer Igelstation oder beim Tierarzt. Lt. Tierschutzgesetz darf man Igel als besonders geschützte Tiere nur im Notfall ins Haus nehmen, bis sie in der Lage sind, sich draußen selbst zu erhalten. 

Wer einen Igel aufnimmt, übernimmt Verantwortung und muss sich sachkundig machen.

Hier die wichtigsten Infos:

Gesunde Igel sind nachtaktive Insektenfresser. Keine Nager, keine Äpfelchenfresser!

  • Die Körperform ist tropfenförmig, vorne spitze, hinten rund.
  • Igel haben halbkugelförmige, knopfartig hervorstehende schwarze Augen..
  • Die Nase ist feucht, manchmal tropft sie.
  •  Gesunde Igel rennen auffallend schnell weg, wenn man ihnen zu nahe kommt.
  • Oder sie rollen sich zu einer festen Kugel zusammen und erst wieder aus, wenn die Gefahr vorbei ist-
  • Die Stacheln werden kreuz und quer aufgestellt.
  • Der Körper ist warm.
  • Der Kot gesunder Igel ist ein festes, dunkles Würstchen.

Kranke und damit hilfsbedürftige Igel werden meist am Tag und ohne Deckung liegend gefunden

  • Die Körperform ist walzenförmig, oft ist ein Halsansatz zu sehen (Nackenfalte).
  • Die Augen werden nur schlitzförmig oder gar nicht geöffnet.
  • Die Nase ist trocken.
  • Die Körpertemperatur kann sehr kühl sein.
  • Kranke Igel rollen sich kaum ein und schnell wieder aus.
  • Der Gang ist häufig wackelig, oder die Tiere liegen und stehen nicht auf, wirken zahm und zutraulich.
  • Die Stacheln werden kaum oder gar nicht aufgestellt.
  • Der Kot ist weich bis flüssig, grünschleimig, gelegentlich mit Blutbeimengungen.
  • Häufig versammeln sich viele Fliegen um kranke und verletzte Tiere. Sie legen ihre Eier auf ihnen ab, aus denen  bald die Maden schlüpfen, die an dem Igel fressen.

Verletzte und kranke Igel brauchen ganzjährig unverzügliche Hilfe

Unterkunft und Nahrung allein hilft hier nicht! Achtung: Wer ein krankes Tier anfasst, sollte darauf achten, dass er sich

nicht infiziert (Eitererreger, Salmonellen etc.). Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife schützt meist ausreichend. Die Igel brauchen zunächst im Haus eine Unterkunft von ca. 1, 5 qm Größe, die mit Zeitungen ausgelegt ist – kein Heu, kein Laub, kein Katzenstreu. Sie brauchen ein Schlafhaus mit einem Schlupfloch von ca. 10 x 10 cm Größe, das auch mit Zeitungen und etwas Knüllpapier ausgelegt ist. Die Reinigung und das Auswechseln der Zeitungen ist täglich mindestens einmal erforderlich. Ebenso vonnöten sind 2 standfeste Gefäße für Wasser und Futter (glasierte Blumenuntersetzer aus Ton.) Das Futter sollte so bemessen sein, dass pro Woche eine Gewichtszunahme von 50 g bis zu einem Gesamtgewicht von ca. 800 g erfolgt. Mindestens einmal wöchentlich ist das Gewicht zu kontrollieren, besser täglich (Pflegeprotokoll führen!).

 

Als Futter ist geeignet:

  •  Zucker und getreidefreies Katzenfutter mit einigen Tropfen Maiskeimöl und etwas Kleie (es ist sonst zu fett- und ballaststoffarm, was weiche, übel riechende Stühle verursacht).
  •  Gekochtes Hühnerfleisch, grob zerkleinert mit etwas Kleie.
  • Hühnerflügel und Hälse können mit Knochen gereicht werden, das dient der Zahnpflege.
  • Rührei, mit wenigen Tropfen Öl in der Pfanne gestockt ist auch geeignet.
  • Oder Rinderhack, in der Pfanne angebraten und mit Öl und Kleie gemischt.
  • Igel lieben Abwechslung, die auch wegen der Nährstoffversorgung erforderlich ist.
  • Bitte keine Nüsse, Obst oder Rosinen geben. Und was man sonst noch so hört …

Gesunde  junge Tiere mit einem Gewicht von ca. 800 g kann man in einem kalten Raum zum Winterschlaf unterbringen. Dazu darf der Igel aber mindestens 8 Tage keinerlei Medikamente mehr bekommen haben. Alle richtigen Informationen sind auch unter www.pro-Igel.de im Internet abrufbar.

 

Ein Wort zum Schluss

Igelstationen sind nicht flächendeckend vorhanden. Bei Bedarf vermittelt www.pro-Igel.de in der Nähe eine geeignete Station in Wohnortnähe. Igelstationen sind in der Regel Privatinitiativen und keine institutionellen Abgabestellen für Igel. Die Kapazität in Privathäusern ist begrenzt, sowohl vom Raumangebot als auch von der möglichen Arbeits- und finanziellen Belastung her. Gerade im Herbst werden diese Stationen weit über ihre Möglichkeiten hinaus frequentiert. Igelstationen haben keine Gebührenordnung, aber alljährlich hohe Kosten zu tragen. Nicht nur für Futter, auch Medikamente und Tierarztgebühren belasten das private Budget. Sie freuen sich über Finder, die ihr gesund gepflegtes Tier nach enstprechender Beratung selbst über den Winter bringen und sich an den entstehenden Kosten angemessen und nach persönlicher Möglichkeit beteiligen.

@ Karin Oehl, Köln